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Aktuelles

„Ich sah, wie die Geschosse direkt neben mir einschlugen ….“

Interessant, überraschend und manchmal auch zum Schmunzeln war das, was Manfred Huhn (Jahrgang 1938) der Klasse 9b am 13.05.2022 im Rahmen des Geschichtsunterrichts aus seiner Kindheit berichten konnte. Mit seiner offenen und einnehmenden Art schaffte er es leicht, seine Zuhörer in die letzten Jahre des 2. Weltkrieges und die folgenden Nachkriegsjahre zu entführen.

So musste er beispielsweise als 7jähriger Junge einen Tieffliegerangriff hautnah miterleben: „Da flog diese englische Spitfire, ein Jadflugzeug, ganz tief heran und feuerte auf den Weg, auf dem ich mit meinem Freund unterwegs war. Ich konnte mich mit einem Sprung ins Gebüsch in Sicherheit bringen und sah, wie die Geschosse direkt neben mir einschlugen. Meinem Freund durchlöcherten die Geschosse die mit Milch gefüllte Kanne, die er bei sich hatte. Ihm selbst ist zum Glück nichts passiert.“ Oder er berichtete davon, wie seine Familie vor den zunehmenden Angriffen der Alliierten nach Thüringen in Sicherheit gebracht worden war und wie es seinem Vater wiederum gelang, die Familie vor der Übergabe Thüringens an die Sowjets wieder nach Hilden zu holen: „Wie er es geschafft hat, einen Lastwagen zu organisieren und uns da wegzugekriegen, weiß ich bis heute nicht.“

Mit Fotos der Familie und aus seiner Kindheit wurden die Erzählungen noch eindrücklicher.

 Manfred Huhn (ganz links) mit seiner Mutter und seinen Geschwistern

Schließlich gab Herr Huhn uns Gelegenheit, Fragen zu stellen. Diese waren durchaus nicht unkritisch. Auf die Frage etwa, wie man nach dem Krieg mit dem Nationalsozialismus und dem Dritten Reich umgegangen sei, war die Antwort so klar wie ernüchternd: „Das Thema wurde zum Beispiel in der Schule völlig gemieden. Das war aber nicht verwunderlich, denn die Lehrer waren im Dritten Reich zum Teil ganz fanatische Nazis gewesen. Die Entnazifizierung hat da eigentlich gar nicht richtig funktioniert.“

Am Ende gab es lang anhaltenden und herzlichen Applaus für unseren Gast, dem es selbst sichtlich Freude gemacht hat, dazu beizutragen, Geschichte lebendig zu machen. Wir sind dankbar für diesen Besuch und freuen uns darauf, wenn sich erneut eine ähnliche Gelegenheit ergibt.

Andreas Spal