Internationale Klassen

Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 wurde am DBG zunächst eine internationale Klasse eingerichtet, im 2. Halbjahr folgte die zweite. Die Leitidee unseres Engagements für die Kinder dieser Klassen ist, ihnen zuallererst wieder ein Stück Heimat anzubieten. Auf dieser Basis kann es dann gelingen, sowohl den Kriegsflüchtlingen, deren Wohnort zerstört wurde, die ihnen nahestehende Menschen durch den Krieg verloren haben, die zum Teil jahrelang auf der Flucht vor dem IS voller Angst ihr Leben fristen mussten, als auch den Kindern, die mit ihren Eltern aus dem europäischen Raum zu uns kommen und von Freunden, manchmal auch Geschwistern, Vater oder Mutter getrennt sind, einen erfolgreichen Schulbesuch zu ermöglichen.

In Anlehnung an die langjährige Tradition der Arbeit mit Spätaussiedlern aus Osteuropa gibt es an unserer Schule seit dem Schuljahr 2015/16 wieder zwei internationale Klassen, in denen jeweils bis zu 20 SchülerInnen zwischen 10 und 17 Jahren aus vielen Ländern der Welt unterrichtet werden. Unser Ziel ist es, diese Kinder und Jugendlichen bei ihrer Integration zu unterstützen, sie in das deutsche Schulsystem einzugliedern oder ihnen einen Schulabschluss zu ermöglichen. Dementsprechend basiert unser Konzept auf einer stark individualisierten Förderung des Einzelnen.

In den ersten Wochen nach ihrer Ankunft steht neben dem Einleben in einem neuen Land, einer neuen Kultur und einem oft zunächst fremden Schulalltag der Erwerb der deutschen Sprache im Vordergrund, der sowohl im Klassenverband erfolgt als auch in kleineren Fördergruppen, die sich am Alter und den sehr unterschiedlichen Voraussetzungen der SchülerInnen orientieren. Darüber hinaus  findet in beiden Klassen Unterricht in den Fächern Kunst, Sport und Musik statt. Sobald es die Deutschkenntnisse zulassen, nehmen die SchülerInnen auch am Fachunterricht in Englisch und Mathematik teil, der in stark leistungs- und altersdifferenzierten Gruppen erteilt wird.

Je nach Lernfortschritt, intellektuellen Fähigkeiten und schulischem Vorwissen nehmen die SchülerInnen schrittweise am Fachunterricht in den Regelklassen teil, gegebenenfalls auch in verschiedenen Klassenstufen. So machen sie z.B. Englisch in Klasse 8, Mathematik in Klasse 9, oder auch Naturwissenschaften in der Klassenstufe 10. Ihre Stundenpläne werden entsprechend individuell angepasst, erweitert oder eingeschränkt, wenn sich die Integration in einem oder mehreren Fächern als Belastung herausstellt. Nach einer Zeit der Erprobung werden die SchülerInnen dann vollständig in ihre Gastklasse integriert und erhalten je nach Möglichkeiten noch zusätzlichen Förderunterricht. Während den jüngeren SchülerInnen der Übergang in die Regelklasse häufig schneller und problemloser gelingt, brauchen Jugendliche erheblich mehr Unterstützung, z.B. durch individuelle Betreuung bei den Hausaufgaben. Zur Absicherung der gymnasialen Schullaufbahn nehmen ältere SchülerInnen an Sprachfeststellungsprüfungen in ihrer Muttersprache teil oder sie erlernen eine weitere Fremdsprache im Rahmen des Wahlpflichtbereiches. Auch nach der vollständigen Integration finden regelmäßige Beratungsgespräche statt,  um auf eventuell aufgetretene Probleme schnell und im Sinne der Jugendlichen reagieren zu können.

Nach Maßgabe der Bezirksregierung sollen die Kinder und Jugendlichen maximal zwei Jahre in der Internationalen Klasse verbleiben. SchülerInnen, die danach nicht in eine Regelklasse/-stufe unseres Gymnasiums übernommen werden können, werden an eine andere ihren Fähigkeiten entsprechende Schulform vermittelt. Dabei kooperieren wir mit der Ev. Gesamtschule, dem Berufskolleg Hilden sowie den Real- und Hauptschulen im näheren Umkreis. Jugendliche, deren Vollzeitschulpflicht nach dem Besuch der internationalen Klasse endet, verlassen unsere Schule mit einem Hauptschulabschluss Klasse 9, auf den sie in besonderen Kursen vorbereitet werden. 

Ergänzt wird die schulische Integration durch Angebote im Bereich Sport oder Musik, z.B. eine Kampfsport-AG, ein Schwimmkurs oder Gitarrenunterricht (in Kooperation mit der Musikschule Hilden). Darüber hinaus haben die SchülerInnen die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben in der Schülerbibliothek zu erledigen. Aufgrund der häufig sehr beengten Wohnverhältnisse nehmen viele Jugendliche diese Gelegenheit gerne wahr. Zudem erfahren sie dort auch Hilfe von den Aufsicht führenden Müttern unserer SchülerInnen, die die Migranten häufig  mit großem Engagement unterstützen.