Berufsorientierung in der Sekundarstufe I

Dazu gehört bei uns, dass Schüler von Stufe 7-9 darauf angesprochen werden, sich Stellen für den „girls' und boys' day“ zu suchen und so Erfahrungen in der Arbeitswelt zu machen.

Wir sind dann begeistert, wenn 6 Freunde ins Altersheim gehen oder Mittelstufenschülerinnen sogar lange Anreisen auf sich nehmen, weil sie dieses Jahr schnell genug waren, um die attraktivsten Stellen zu bekommen. (Jüngere Schüler werden auf Wunsch natürlich auch beurlaubt.)

Im Fach Politik behandeln wir in Stufe 8 als ein Schwerpunktthema „Wie arbeiten Unternehmen“.  Darüber hinaus gibt es für die 8er in einer Extrastunde bereits die nötigen Informationen zum  einwöchigen Berufspraktikum in Stufe 9, und im Fach Deutsch werden parallel „Bewerbungen“ bearbeitet. Dann suchen sich die Schüler selbstständig, aber begleitet,  Praktikumsstellen.

In der Stufe 9 beginnen wir im Politikunterricht mit einem Quartal zum Schwerpunkt „Arbeitswelt und Berufswahl“. Im November gehen die Schüler dann für eine Woche in die Betriebe und Unternehmen. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel mehr als 20 Neuntklässlerin Arztpraxen und Kliniken, 7 sind in der Uni oder anderen Forschungsinstituten, mehr als 10 in Sportcentern, bei Physiotherapeuten o.ä., 8 Schüler absolvieren ihr Praktikum bei Rechtsanwälten. Andere gehen zu Titus, in eine Schreinerei, in Werbeagenturen, Autohäuser, zum Flughafen, in die Sternwarte, in Hotels, Bibliotheken, das Schauspielhaus oder auf den Bauernhof. Wenn sie wiederkommen  geht jede neunte Klasse in eine achte und erzählt von dieser Woche, damit die Achtklässler weitere Ideen bekommen. Dieses Praktikum bieten wir übrigens schon seit mehr als zwanzig Jahren an, weil unsere Schüler damals gefordert haben auch an einem Gymnasium praktische Erfahrungen nicht erst in der Oberstufe machen zu können.

Darüber hinaus führen wir mit den Neuntklässlern einen Kompetenztest durch, der neben einem folgenden Besprechungstermin für jeden eine individuelle schriftliche Auswertung beinhaltet. Dabei testen die Schüler z.B. ihre Konzentrationsfähigkeit, mathematische oder sprachliche Fähigkeiten, physikalisches Verständnis u.ä. . Nebenbei machen sie so bereits das erste Mal Erfahrungen mit solchen heute gängigen Testverfahren, erfahren etwas über den Aufbau und über Fragen, die z.B. das Stressverhalten des Prüflings erkennen lassen sollen. In einem Teil der Fragen werden die Interessen und Erwartungen an den zukünftigen Beruf geklärt.

Ferner gibt es in der Klasse 9 eine Einführungsveranstaltung in die Angebote der Agentur für Arbeit und die Möglichkeit individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Gern greifen wir beim Thema Berufsorietierung auch auf  Eltern zurück, die ihre Berufe vorstellen mögen, oder uns sogar eine Betriebsbesichtigung für eine Klasse 8 oder 9 anbieten.

K. Fischer STUBO