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Liebe Schulgemeinde,

ich freue mich, seit dem 1. August nun als neuer Schulleiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums im Amt zu sein. Damit habe ich die Nachfolge von Udo Kotthaus angetreten, der Ende Juli nach 10 Jahren als Schulleiter in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist.

Bis zu den Sommerferien war ich als Lehrer für die Evangelische Kirche von Westfalen tätig. Im Ruhrgebiet habe ich im Jahr 1998 die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck mit gegründet und sie danach mehr als 20 Jahre als Mitglied der Schulleitung begleitet.

Das Bonni kenne ich, seit ich es 2017 im Rahmen der Qualitätsanalyse zusammen mit einem anderen Qualitätsprüfer besucht habe. Die Schule hat bei mir durch die hohe Qualität ihrer Arbeit und die große Zufriedenheit der am Schulleben Beteiligten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ich lebe in Oberhausen. Ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und zwei Kinder, die noch zur Schule gehen.

Das folgende Interview habe ich dem Radiokurs der Stufe 9 für die scene b vor den Sommerferien gegeben: 

Das Bonni wird von fast 1000 Schüler*Innen besucht. Wie würden Sie sich Ihnen in einem Satz vorstellen?

Ich bin jemand, der extrem neugierig ist, wenn es um Begegnungen mit Menschen geht.

Viele Schüler konnten zum Ende des letzten Schuljahrs nur selten in die Schule kommen. Wie geht es Ihnen dabei, dass Sie genau zur „Corona-Krise“ die Schulleitung vom Bonni übernehmen?

Jedes Mal, wenn ich das Gebäude des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums betrete – und ich war in den vergangenen Wochen bereits recht häufig hier – bin ich erschrocken, wie leer es ist. Ich vermisse die Begegnungen mit Menschen - Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern - an meiner zukünftigen Schule. Ich würde mich freuen, wenn zu Beginn des Schuljahres wieder deutlich mehr Begegnungen, vielleicht sogar wieder Unterricht in größerem Umfang, möglich wären.

Was hat Sie zu einem Schulwechsel von der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck zum Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium bewegt?

Nach mehr als 20 Jahren an der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck (EGG) wollte ich gerne nochmals eine neue Herausforderung annehmen. Als ich das Bonni vor einigen Jahren kennenlernte, war ich von dieser Schule angetan. Was mir besonders gefiel, waren das Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft und die deutlich zu spürende Offenheit aller Beteiligten.

Neben Ihrer langjährigen Tätigkeit als Schulleiter, welche Erfahrungen außerhalb von Schule bringen Sie mit?

Ich bin nach meinem Referendariat in Münster zuerst bei einem Schulbuchverlag angestellt gewesen und war dort für das Fach Englisch in Nordrhein-Westfalen zuständig. Im Rahmen dieser Tätigkeit bin ich 1998 über eine neu zu gründende Schule mitten im Ruhrgebiet gestolpert, die mich so sehr interessierte, dass ich mich dort bewarb. Seit Beginn meiner Tätigkeit an der EGG habe ich als Berater an der Erstellung von Englisch-Lehrwerken mitgewirkt. Darüber hinaus bin ich seit vielen Jahren in der Fortbildung für Englisch-Lehrkräfte tätig.

Für meinen bisherigen Arbeitgeber, die Evangelische Landeskirche von Westfalen, habe ich seit 2013 Schulen in evangelischer Trägerschaft in der so genannten Qualitätsanalyse besucht und ihnen eine Rückmeldung über ihre Arbeit gegeben. So habe ich im Jahr 2017 auch das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium kennengelernt.

An der EGG war ich übrigens nicht als Schulleiter tätig, sondern in der erweiterten Schulleitung als „Abteilungsleiter I“ für die Jahrgänge 5 – 7 zuständig.

Sie haben schon einen ersten Eindruck vom Bonni. Was gefällt Ihnen hier besonders und was gar nicht?

Wie bereits erwähnt, gefällt mir das soziale Miteinander am Bonni. Darüber hinaus finde ich es toll, mit welchem Engagement die Menschen in den verschiedenen Bereichen und aus unterschiedlichen Perspektiven für die Schule tätig sind. Die internationalen Klassen und das diakonische Praktikum empfinde ich als besonders gelungene Umsetzung im Sinne des christlichen Profils.

Ein Bereich, der in meinen Augen noch entwicklungsfähig ist, ist die Kooperation mit der Wilhelmine-Fliedner-Schule innerhalb des Evangelischen Schulzentrums.

Haben Sie schon jetzt Ideen für Veränderungen? Wenn ja, woran denken Sie dabei, was planen Sie in der Zukunft für unsere Schule?

Nein, konkrete Veränderungen plane ich nicht. Zunächst möchte ich natürlich viel über meine neue Schule erfahren und viele Gespräche mit den Beteiligten führen. Langfristig würde ich mich freuen, wenn es gelingen würde, gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schüler die Schule weiterzuentwickeln.

An Ihrer bisherigen Schule haben Sie neben Englisch und Biologie auch noch das Fach Technik unterrichtet. Das Fach gibt es an unserer Schule nicht. Können Sie sich vorstellen, dieses durch ein anderes Fach zu ersetzen oder Technik an unserer Schule neu einzuführen?

Ich empfinde die Arbeit im Fach Technik als etwas ganz Besonderes. Das liegt daran, dass handwerkliches Interesse und Können in der Schule sonst eher eine geringe Rolle spielen und Schülerinnen und Schüler in diesem Fach Gelegenheit erhalten, Stärken in diesem Bereich einzubringen.

Ich denke nicht, dass ich am Bonni anstelle von Technik neben Englisch und Biologie noch ein weiteres Fach unterrichten werde.

Das Fach Technik ist am Gymnasium nicht so einfach in die Stundentafel zu integrieren. Ich kann mir aber vorstellen, dass es am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Technik-Angebote im Bereich der AGs geben könnte.

Sowohl das Bonni als auch Ihre vorherige Schule in Gelsenkirchen-Bismarck sind Einrichtungen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Was bedeutet der Glaube für Sie?

Es ist mir sehr wichtig, an einer evangelischen Schule zu arbeiten. Durch meine Arbeit an der EGG (Sie ist übrigens eine Schule in Trägerschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.) ist mir in den vergangenen Jahren deutlich geworden, wie wichtig kirchliche Schulen in einer Zeit sind, in der viele Menschen sich vom Glauben und der Kirche abwenden.

Unsere Schulen zeichnen sich meiner Meinung nach durch eine eigene Atmosphäre und einen sehr wertschätzenden Umgang unter den Beteiligten aus. Das spürt man einfach, wenn man eine evangelische Schule betritt. Wichtig ist mir der besondere Umgang mit Vielfalt an unseren Schulen. Darüber hinaus freue ich mich, dass es zu unserem Auftrag als kirchliche Schule gehört, Dinge modellhaft zu entwickeln und zu erproben.

Sie besitzen ja bereits Erfahrungen im Bereich der Schulleitung. Was ist die unangenehmste Tätigkeit bei diesem Job?

Für mich waren in den vergangenen Jahren die Situationen am schwierigsten, in denen Schule und Eltern nicht gemeinsam „an einem Strang zogen“ und unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung die gemeinsame Arbeit erschwerten.

Als besondere Herausforderung betrachte ich es dabei, Menschen an einen Tisch zu holen, um gemeinsam Lösungen für Probleme oder Konflikte zu erarbeiten.

Wie die meisten Schüler*Innen hatten bestimmt auch Sie früher „Hassfächer“. Welche waren es bei Ihnen?

Der Begriff „Hassfach“ trifft es nicht. Ich bin – was wahrscheinlich niemanden überrascht – gerne zur Schule gegangen. Meine Vorlieben für Fächer haben sich im Laufe der eigenen Schulzeit auch verändert. Nicht gerade mein Lieblingsfach war Mathematik, in dem ich mich als Schüler lange Zeit recht schwer getan habe.

Jeder stellt gewisse Ansprüche an seinen neuen Arbeitsplatz, welche Ansprüche stellen Sie und welche Wünsche haben Sie an an das Kollegium, die Eltern und an die Schüler?

Ich würde mich freuen, wenn sich möglichst viele Menschen aus allen Bereichen der Schulgemeinschaft für die Weiterentwicklung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums interessieren und daran mitwirken würden. Dabei spielt auch die Unterstützung der Schule durch die Trägerin eine entscheidende Rolle.

 

Für die gemeinsame Arbeit mit Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern wünsche ich allen Beteiligten Offenheit, Kreativität und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Uns allen wünsche ich dabei Gottes Segen.

Mit einem herzlichen Gruß

Rolf Geisler