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Unter dem Titel „Very British“ fand am am Freitag das Abschlusskonzert der besten Musiker/innen aus 8 Schulen der evangelischen Kirche im Rheinland statt. Der Begriff „Da Capo“ wird im Jahre 2020 schon dreißig Jahre benutzt, davor sprach man etwas umständlich, aber wohl genauer, von „interschulischen Musiktagen“.

Genauso lange (oder sogar noch länger) sind auch schon einige der Dozenten dabei. Vom DBG war Felix Wagner dabei, der zusammen mit Urs Wörner aus Aachen nun schon seit 3 Jahren die organisatorische Leitung des Projekts übernimmt.

Dem oben erwähnten Namensjubiläum angemessen, hatte das ganze Konzert hörbar einen Jubiläumscharakter, noch nie spielte das Orchester auf solch hohem Niveau, noch nie klangen die einzelnen Ensembles aus Holz- und Blechbläsern so homogen, noch nie waren so viele hochbegabte Menschen im 90-köpfigen Chor und im voll besetzten Sinfonie- Orchester versammelt, wie im Jahre 2020.

136 Mitwirkende hatten die Jugendherberge Cochem eine Woche bevölkert und  diese hatten dann innerhalb von 2 Tagen dreimal dieses 2 - stündige Programm vor begeisterten Zuhörern abgeliefert, (Schweich und Bonn), der  katholische Siegtaldom, dankenswerter Weise wegen seiner Größe, der großen Schar  von der katholischen Kirche zur  Verfügung gestellt, gewährte vielen Zuhörern dennoch nur Stehplätze. 

Das Überraschendste für den Zuhörer: Obwohl man hätte denken können, dass fast 140 Musikerinnen und Musiker gleichzeitig agierend vor allem sehr lange sehr laut sein können, war genau das Gegenteil der Fall:

Mit dem Chorstück: The Stillness of Music (Leitung Urs Wörner, Aachen) wurde deutlich, dass man nur mit solch intensiv und  total konzentriert aufspielenden Jugendlichen gerade besonders intensiv  Piano im Chor singen und  im Orchester hervorzaubern kann, nach dem  abschließenden „Amen“  für Chor und Orchester von Dan Forrest herrschte deshalb auch eine längere Stille; viele Zuhörer waren nämlich zunächst von solch sanfter Emotionalität im Chor und Orchester  überwältigt und sprachlos: 

Von Schulorchesterniveau konnte man hier wirklich  nicht mehr sprechen, das  beunruhigende  Stück „Palladio“  mit der grossartigen Antonia Kötting (Herchen) ging besonders unter die Haut, hervorragend die Steigerung der Intensität und  die ausgefeilte dynamische Raffinesse, hier zeigte sich, wie man eine Woche an jedem Detail gefeilt hatte: 

So gut klang das Da Capo Orchester noch nie, wobei auch das  Gesamtkonzept aufging:

So standen betont ruhige und heitere Stücke, z.T. sogar von den Dozenten Klaus Winkler und Holger Knöbel  arrangiert, den ausgelassenen und aus der englischen Folk-Music entlehnten Stücken von Ralph W. Williams und Edward Elgar entgegen.

Wie die fast 50 Schülerinnen und Schüler im Orchester in den knapp 4 Tagen Probenzeit zu einem homogenen Klangkörper zusammen gewachsen sind, konnte man eindrücklich bei Elgars Sätzen „March“ und „Moth and Butterflies“ aus der 2. Suite „The Wand of Youth“ erleben, spielte hier schließlich das ganze sinfonische Orchester in voller Besetzung unter der Leitung von Felix Wagner samt großer Trommel, Pauken und Becken „federleicht“ auf.

Den Blechbläsern unter dem Dierdorfer Klaus Winkler gebührt ein Sonderlob, Beethovens Trauermarsch aus der 7. Sinfonie (arr. Klaus Winkler) klang perfekt homogen, auch der innige „Evensong“ der Holzbläser von Kodaly unter Leitung von Holger Knöbel überzeugte vollends, wie auch der jugendlich frisch musizierte Satz aus einer Sinfonie von Boccherini, ganz im klassischen Gewand.

Während einige engl. Folk-affine „Seefahrer- Stücke“ , wohlbekannt aus den „Last Night of the Proms“ Konzerten, die Zuhörenden zum Mitsummen und Mitwippen einluden (Williams, Elgar) waren andere engl. Werke  überaus prächtig und barock, wie das „The King Shall Rejoice“ von Händel; je nachdem aus welchem der 500 Jahre (!)  engl. Musikgeschichte man sich bedient hatte, Thomas Tallis z.B. hat sein „If you love me“ für Chor  z.B.  bereits 1505 komponiert.

Einen solchen  zauberhaften Chorklang mit 90 jungen Stimmen, Männer- und Frauenstimmen gleich gut und  überaus kultiviert, findet man wohl derzeit nur bei den Da Capo Konzerten, für alle prägend für das gesamte Leben, alle Dozenten  (Klaus Zöllner  und Klaus Winkler wurde nach vielen Jahren verabschiedet) haben diesen Klang  ihrer Schülerinnen und Schüler verinnerlicht  und  so bleibt er sicherlich bis nächstes Jahr im Ohr.

Dr. Klaus Zöllner, Herchen/ Felix Wagner, Hilden

   
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